Höllenblitz: Erlebnis und Bewegungsablauf
Höllenblitz ist eine transportable Indoor-Achterbahn, deren Strecke vollständig von einer mehrgeschossigen Minenkulisse umschlossen wird. Nach dem Einstieg fahren die Züge durch dunkle Tunnel, schnelle Kurven, Gefälle und wechselnde Ebenen. Die Fahrt erreicht nach Betreiberangaben bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Überschläge besitzt die Anlage nicht. Ihre Intensität entsteht aus Geschwindigkeit, überraschenden Richtungswechseln, Dunkelheit und der unmittelbaren Nähe zu Kulissen und Effekten. Da der Streckenverlauf von außen kaum einsehbar ist, bleibt der nächste Abschnitt für Fahrgäste häufig bis zum letzten Moment verborgen.
Bauart, Betreiber und Geschichte
Betreiber ist die Renoldi GmbH & Co. KG unter Geschäftsführer Wilhelm Ottens. Das grundlegende Fahrgeschäft wurde von Schwarzkopf gebaut und 1992 zunächst als Magic Mountain vorgestellt. Ab 1998 reiste die Anlage unter dem Namen Star World mit Weltraumgestaltung. Für die Saison 2007 wurde sie erneut umfassend umgebaut und als Höllenblitz auf dem Stuttgarter Frühlingsfest präsentiert. Die verschiedenen Gestaltungsphasen zeigen, wie dasselbe transportable Achterbahnsystem mehrfach an neue Themenwelten und technische Inszenierungen angepasst wurde.
Technik und Fahrerlebnis
Die Schienenlänge beträgt rund 860 Meter. Die Züge durchfahren die Strecke mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde und werden über ein kontrolliertes Block- und Bremssystem geführt. Nach offiziellen Presseangaben wiegt die Gesamtanlage etwa 600 Tonnen und wird mit ungefähr 30 Lastwagen transportiert. Die Züge wurden 2020 und 2021 erneuert. Der Fahrablauf kombiniert klassische Achterbahnelemente mit engen Indoor-Passagen; auf Loopings oder andere Überkopfmanöver wird bewusst verzichtet. Dadurch stehen Tempo, Kurvenkräfte und die räumlich dichte Inszenierung im Vordergrund.
Gestaltung und Besonderheiten
Die Anlage ist als Bergwerks- und Minenwelt gestaltet. Zu den sichtbaren Merkmalen gehören Felsfassaden, ein rund 30 Meter hoher Wasserfall, Nebel, Laser, bewegte Lichteffekte und eine umfangreiche Beschallung mit etwa 100 Lautsprechern. Wasser wird nach Betreiberangaben mit bis zu 1.800 Litern pro Minute durch die Anlage bewegt. Kulissen, Dunkelheit und Sound verdecken Teile der Strecke und verstärken die Überraschungsmomente. Die vollständige Überdachung schützt große Teile des Erlebnisses vor direkter Witterung, ersetzt jedoch nicht die wetterabhängige Betriebsentscheidung des Betreibers.
Wichtige Hinweise für Besucher
Höllenblitz richtet sich an Familien mit älteren Kindern, Jugendliche und Erwachsene, die schnelle Kurven und Dunkelheit vertragen. Stroboskopartige Lichteffekte, Nebel, laute Geräusche und die geschlossene Umgebung können empfindliche Besucher zusätzlich beanspruchen. Das Thrill-Level wird redaktionell mit 4 von 6 eingeordnet. Grundlage sind die dokumentierte Geschwindigkeit, der überraschende Indoor-Streckenverlauf, Kurvenkräfte und audiovisuelle Effekte bei gleichzeitigem Verzicht auf Überschläge. Maßgeblich sind die aktuellen Größen-, Alters-, Gesundheits- und Teilnahmebedingungen sowie die Anweisungen des Betreibers vor Ort.
Fazit: Höllenblitz auf dem Festplatz
Höllenblitz verbindet eine lange transportable Achterbahnstrecke mit einer vollständig inszenierten Indoor-Themenwelt. Die Fahrt bleibt ohne Loopings, wirkt durch Tempo, Dunkelheit und enge Kulissen aber deutlich intensiver als eine offene Familienachterbahn. Der aufwendige Reiseaufbau macht die Anlage zugleich zu einem ungewöhnlichen technischen Gesamtprojekt auf dem Festplatz.

