Ghost Rider von Löffelhardt: Überschläge mit Kultstatus
Schon von Weitem kündigen der riesige Totenkopf, leuchtende Schriftzüge und eine energiegeladene Actionkulisse den Ghost Rider von Dirk Löffelhardt an. Hinter der aufwendig gestalteten Fassade verbirgt sich einer der außergewöhnlichsten Klassiker unter den reisenden Hoch- und Rundfahrgeschäften: ein originaler HUSS Booster aus dem Jahr 1998.
Eine Fahrt, die jedes Mal anders verläuft
Der Ghost Rider kombiniert mehrere Bewegungen miteinander. Die große, leicht geneigte Fahrplattform dreht sich um ihre eigene Achse. Auf ihr befinden sich vier zusätzliche Gondelkreuze, die sich ebenfalls drehen. An deren Auslegern hängen insgesamt 16 Gondeln für jeweils zwei Personen.
Während der Fahrt wirken Fliehkraft, Schwerkraft und die verschiedenen Drehbewegungen gleichzeitig auf die frei beweglichen Gondeln. Dadurch beginnen diese zu schaukeln und können sich seitlich vollständig überschlagen. Wann und wie oft ein Überschlag erfolgt, hängt unter anderem von der Gewichtsverteilung in der Gondel und vom jeweiligen Fahrtverlauf ab. Genau diese Unberechenbarkeit macht einen großen Teil des Reizes aus: Keine Runde fühlt sich exakt wie die vorherige an.
Mehr als nur ein schneller Break Dance
Auf den ersten Blick erinnert das Bewegungsprinzip an einen besonders großen und aggressiven Break Dance. Der Ghost Rider geht jedoch deutlich weiter. Die Zweiergondeln drehen sich nicht nur auf der Fahrbahn, sondern können sich zusätzlich um ihre eigene horizontale Achse überschlagen.
Dabei wechseln sich schnelle Drehungen, seitliche Beschleunigungen, kurze Schwebephasen und überraschende Überschläge ab. Manche Gondeln rotieren während einer Fahrt mehrfach hintereinander, während andere zunächst kräftig schaukeln und erst später über Kopf gehen. Gerade auf den äußeren Positionen entstehen intensive Kräfte und schnelle Richtungswechsel.
Der Ghost Rider richtet sich damit vor allem an Besucher, die klassische Hochfahrgeschäfte lieben und eine intensive, körperlich anspruchsvolle Fahrt suchen.
Ein seltener HUSS-Klassiker
Der Ghost Rider wurde 1998 vom Bremer Hersteller HUSS gebaut und gehört zum Typ Booster. Die Anlage gilt als die erste gebaute Ausführung dieser Modellreihe und ist heute eines der wenigen noch bekannten Exemplare dieses Fahrgeschäftstyps. Auf einer Grundfläche von ungefähr 23 × 23 Metern bietet sie 32 Fahrgästen gleichzeitig Platz
Ursprünglich reiste das Geschäft unter dem schlichten Namen Booster mit dem österreichischen Schaustellerbetrieb Rüdiger. Nach dem Wechsel zu Dirk Löffelhardt wurde die Anlage zunächst weiterhin unter ihrem alten Namen betrieben. Im Winter 2015/2016 erfolgte schließlich die umfassende Umgestaltung zum heutigen Ghost Rider.
Actionreiche Gestaltung mit hohem Wiedererkennungswert
Optisch setzt der Ghost Rider auf eine Mischung aus düsterer Geisterwelt, Street-Racing, Motorrädern, Flammen und amerikanischer Actionästhetik. Im Zentrum der Rückwand dominiert ein großer Totenkopf, während Fahrzeuge, Figuren und dynamische Motive die Kulisse einrahmen.
Bei Dunkelheit entfaltet das Geschäft seine besondere Wirkung. Zahlreiche Licht- und LED-Elemente zeichnen die Konturen der Anlage nach und setzen die rotierenden Gondeln in Szene. Nebel-, Licht- und Soundeffekte unterstützen die temporeiche Fahrt und sorgen dafür, dass der Ghost Rider auch für Zuschauer vor der Anlage zum Blickfang wird.
Ein Erlebnis für echte Thrill-Fans
Mit seinen frei überschlagenden Gondeln gehört der Ghost Rider zu den intensiveren Fahrgeschäften auf deutschen Volksfesten. Besucher sollten schnelle Drehbewegungen und wiederholte Überkopffahrten gut vertragen. Lose Gegenstände müssen vor der Fahrt unbedingt sicher verstaut werden.
Wer den Ghost Rider auf einer Kirmes entdeckt, trifft auf eine echte Rarität: einen klassischen HUSS-Großfahrgeschäftstyp, der Fahrspaß, Nostalgie und überraschend heftige Überschläge miteinander verbindet. Die Anlage ist weiterhin aktiv auf Reise und war auch 2026 auf verschiedenen deutschen und niederländischen Veranstaltungen vertreten.
Fazit: Der Ghost Rider ist kein gewöhnliches Rundfahrgeschäft. Durch die Kombination aus rotierender Plattform, drehenden Gondelkreuzen und frei überschlagenden Zweiergondeln entsteht ein wilder und nur begrenzt vorhersehbarer Bewegungsablauf. Für Liebhaber klassischer HUSS-Fahrgeschäfte und intensiver Kirmesattraktionen ist eine Fahrt nahezu Pflicht.

